Historischer Schlachthof Siegen. Eine Institution seit 1886.
Linie

Eine wechselvolle Geschichte findet Ihr Happy End.
Viel hat der Historische Schlachthof in Siegen erlebt. Wechselnde Besitzverhältnisse, zwei Weltkriege und eine schwere Wirtschaftskrise.
Seit seinem Bestehen war der Schlachthof in städtischem Besitz und alle Metzger in und im Umkreis von Siegen schlachteten dort Rinder und Schweine, was dann über städtische Gebührenbescheide abgerechnet wurde. In den fünfziger Jahren kam auch Wilhelm Pollmann sen. erstmals mit dem Schlachthof in Berührung. 
Als Geschäftsführer der Westfleisch ließ er dort
auch Rind und Schwein schlachten.
Im Jahre 1970 machte sich Wilhelm Pollmann sen. selbständig und nutzte auf eigene Rechnung die Möglichkeiten, die der Schlachthof damals bot.
Von Anfang an dabei, schon als Schuljunge, war Wilhelm Pollmann jun., für den schon immer klar war, dass er eines Tages in die Fußstapfen seines Vaters treten würde.
Ende der siebziger Jahre wollte die Stadt Siegen nicht länger für den Schlachthof verantwortlich sein. Die Interessengemeinschaft Fleischversorgung Siegen wurde gegründet und übernahm die Geschicke vor Ort.
Auch Willhelm Pollmann war weiterhin am Standort aktiv. 1989 zog es die Familie Pollmann nach Netphen, wo in einem neuen Zerlegebetrieb optimierter gearbeitet werden konnte.
Im Jahre 1992 wurde dann der Schlachthof Siegen endgültig geschlossen und seinem Schicksal überlassen. Nur ein Teil des Geländes war zu der Zeit noch an einen türkischen Schlachter vermietet.
Zum 1.1.1995 mietete Wilhelm Pollmann jun. wieder den größten Teils des Areals und begann auf eigene Rechnung die Gebäude und deren Einrichtung zu sanieren, wo er dann einen Fleischgroßhandel mit eigener Fleischzerlegung errichtete.
1997 sanierte er einen weiteren Teil der leerstehenden Hallen und errichtete dort einen Abhol- und Verbrauchermarkt.
2005 nahm Wilhelm Pollmann Kontakt mit
der Stadt Siegen auf, weil er zusätzlich zu seinem Fleischzerlegebetrieb auch noch eine Wurstproduktion einrichten wollte.
Um dieses nach den strengen EU-Vorschriften
für fleischverarbeitende Betriebe durchzuführen,
waren erhebliche Umbaumaßnahmen erforderlich. Da der städtische Schlachthof unter Denkmalschutz steht, war es für die Stadt Siegen sehr schwierig,
die Wünsche der Firma Pollmann mit den Denkmalschutzbestimmungen in Einklang
zu bringen.
Nach langen Überlegungen der Stadt Siegen,
in Verbindung mit der Firma Pollmann und der ansässigen türkischen Schlachterei, kam die Stadt Siegen dann im Jahre 2007 zu dem Entschluss,
den ehemaligen Schlachthof an die Firma Pollmann und die türkische Schlachterei zu verkaufen.

Im Jahre 2008 kaufte dann die Firma Pollmann
den größten Teil des ehemaligen Schlachthofs und fing an, den eigenen Betrieb zu erweitern und die Wurstproduktion zu bauen.
Durch die eigene Wurstproduktion ist das Angebot der Firma Pollmann noch reichhaltiger geworden.
Von hier aus werden Metzgereien und Gastronomiebetriebe in ganz Südwestfalen
mit Frischfleisch und Wurst beliefert.
Ein ganz besonderer Magnet ist der Abhol- und Verbrauchermarkt, dessen Verkaufsraum ebenfalls unter Denkmalschutzkriterien liebevoll restauriert wurde. Hier können Gewerbe- und Privatkunden gleichermaßen einkaufen. Im Abholmarkt gibt es viele Produkte, die das Angebot für Großkunden ergänzen. Verpackungen, Gewürze oder Einweggeschirre. Alles, was zur Weiterverarbeitung notwendig ist, wird bereitgehalten.
Die Besonderheit bei der Bäckerei Hampe liegt darin, dass bereits ab 5.30 Uhr morgens belegte Brötchen und frischer Kaffee angeboten werden. Ansonsten gibt es hier das gewohnte Warensortiment einer Bäckerei, sowie kleine heiße Snacks für zwischendurch.
Die Entwicklung des Schlachthofes ist noch lange nicht zu Ende, so Wilhelm Pollmann. Es gibt ein weiteres Ladenlokal, welches komplett renoviert ist. Ein möglicher neuer Mieter kann also direkt einziehen. Das imposante ehemalige Direktorenhaus auf dem Gelände wartet ebenfalls auf neue Mieter. Hier allerdings wird erst renoviert, wenn sich ein geeigneter Mieter gefunden hat, weil man dessen Wünsche beim Umbau berücksichtigen kann.
Im werblichen Auftritt heißt es auch nicht mehr Alter Schlachthof sondern „Historischer Schlachthof“.
Das ist die treffendere Bezeichnung für das altehrwürdige Gebäude aus dem Jahre 1886.
Da sind sich Pollmann und Mieter einig.